RoboCup  :  RC 2017 Japan

RoboCup 2017 - 27. - 30. Juli 2017 - Japan- Nagoya

!!! Unglaublicher Erfolg für die beiden Teams des BRG Kepler !!!

2. Platz für das Team Format - Soccer Light Weight Socondary

3. Platz für das Team AEIOU - Soccer Open

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Wir bedanken und bei allen, die die Teilnahme an den Weltmeisterschaften finanziell unterstützt haben:

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Soccer Light Weight Socondary - Format

JÄGER Christian
KRICKL Stefan
KRICKL Michael
RENTZ Désirée
RUPRECHT Lorenz

Hardware: KeplerBRAIN 4, Eigenentwicklung
Programmierung: MBED, Atmel Studio 6

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Soccer Open - AEIOU

ANDRITSCH Benedikt
ANDRITSCH Konstantin
KLAJIC Boris
PFLEGER Marco
VASOLD Simon

Hardware: KeplerBRAIN V4, Eigenentwicklung
Programmierung: MBED, Atmel Studio 6

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Reisebericht

Montag 24.07.2017 - Abreise

Nach der erfolgreichen Qualifikation bei den RoboCup Austrian Open 2017 in Weiz nehmen zwei Teams des BRG Kepler am den RoboCup Weltmeisterschaften in Japan teil - das Team Format in der Kategorie  Soccer Light Weight Secondary und das Team AEIOU in der Kategorie Soccer Open.

Speziell in diesem Bewerb Soccer Open stehen unser, wie auch die restlichen Teams heuer vor enormen Herausforderungen, da es eine gravierende Änderung im Regelwerk gegeben hat. Gespielt wird seit diesem Jahr nicht mehr mit einem Ball, der infrarotes Licht aussendet und so sensorisch erfasst werden kann, sondern mit einem passiven, orangen Ball.

Seit dem Bekanntwerden dieser Regeländerung im Februar mussten riesige Anstrengungen unternommen werden, um Lösungen zu finden, diesen Ball mit Hilfe von Kamerasystemen zu lokalisieren. Das Entwickeln von Hardwarelösungen, wie auch die Beschäftigung mit der für alle völlig neuen Thematik der computer vision, der digitalen Bilderfassung und -auswertung, hat sicher nicht nur unsere Teilnehmer die letzten Wochen und Monate täglich an diesen zunächst vielfach unlösbaren Problemen arbeiten lassen.

Wir sind schon alle unglaublich gespannt, welche Lösungen und Entwicklungen andere Teams gefunden haben und welche sich auf diesem Neuland letztendlich durchsetzen wird. Für spannende und abwechslungsreiche Soccer-Matches ist somit sicher gesorgt.

Mit den Robotern und allem sonstigen nötigen Equipment im Handgepäck - es soll ja auch schon einmal vorgekommen sein, dass Koffer nicht ankommen! - haben wir uns am Montag Morgen auf den Weg nach Japan gemacht. Den Damen und Herren von der Sicherheitskontrolle am Flughafen Graz haben wir aber zunächst noch eine sicher für lange Zeit unvergessliche Abwechslung in ihrem Alltag bieten können, als sie begonnen haben, alle unsere Taschen gewissenhaft ausräumen und alle Roboter und das gesamte restliche Equipment Teil für Teil durch die Scanner laufen zu lassen. Dass dabei natürlich auch ein Sprengstofftest bei zwei unserer Teilnehmer auf dem Programm stand, versteht sich von selbst!

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Dienstag 25.07.2017 - Ankommen

Sehr gefreut haben wir uns nach 12 Stunden Flugzeit und dem Umsteigen in Frankfurt, als wir gleich am Flughafen ein Banner mit "Wellcome to Nagoya! RoboCup 2017 Nagoya Japan" entdeckt haben! Das war bereits ein erstes Anzeichen für eine tolle organisatorische Vorbereitung dieses Events mit sehr viel Liebe zum Detail, wie sich in den nächsten Tagen noch zeigen sollte.

Da wir leider erst am Nachmittag im Hotel einchecken konnten - unsere Körper hätten dies unglaublich gerne so schnell wie möglich gemacht! - haben wir bei einer Bustour und etwas Sightseeing einen ersten Eindruck von Nagoya gewonnen.

Die Hitze und vor allem die hohe Luftfeuchtigkeit waren fast unerträglich als wir den letzten Programmpunkt, die Besichtigung des Nagoya Castle, absolvierten und wir waren alle überglücklich, als wir gegen 15:00 Uhr in der Hotelhalle wieder "herunterkühlen" konnten.

Am Abend machten wir uns mit allen zur Hilfe stehenden technischen Mitteln auf die Suche nach einem Lokal für das Abendessen. Wir wurden schließlich fündig und machten uns zu Fuß - nun war die Luftfeuchtigkeit nochmals angestiegen, da es den ganzen Nachmittag über wie aus Kübeln geregnet hatte – auf zu einem kleinen japanischen Lokal in dem sonst nur Einheimische verkehren dürften.

Nachdem wir, anscheinend etwas verzweifelt wirkend, versuchten geeignete Gerichte auf einer ausschließlich japanischen Speisekarte aufgrund der teilweise vorhandenen Abbildungen für uns zu finden, waren wir sehr überrascht, als man uns diese auch in einer Version mit englischer Übersetzung anbieten konnte.

Das Bestellen war dann wieder sehr spannend, da wir kein einziges Wort japanisch verstanden haben, geschweige denn sprechen konnten und die wahnsinnig bemühte und freundliche Dame über  einen Wortschatz von maximal drei bis vier Worten englisch verfügte, die wir aber aufgrund der Aussprache nicht oder nur schwer als solche ausmachen konnten.

Auf jeden Fall hatten wir, wie auch unsere Gastgeber einen riesen Spaß und umso mehr waren wir dann überrascht von den fantastischen Gerichten, die für uns bereitet wurden. Wir verabschiedeten uns sehr herzlich, nachdem wir noch aufgeklärt hatten, dass es sich bei uns nicht um eine Basketballmannschaft, für die wir wahrscheinlich aufgrund der Größe unserer Jungs gehalten wurden, sondern um Entwickler von Robotern handelt, die Fußball spielen können. Satt, zufrieden und sehr müde (wir waren mittlerweile seit über 33 Stunden ohne richtigen Schlaf auf den Beinen) machten wir uns auf den Heimweg und fielen in unsere Betten.

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Mittwoch 26.07.2017 - Registrierung und Setup

Heute war es nun soweit und wir fuhren das erste Mal zum Wettbewerbsort, der im Süden der Stadt Nagoya liegt. Die Anreise zum, wie auch die Rückfahrt vom Wettbewerbsort sollte in den nächsten Tagen jeweils mehr als eine Stunde in Anspruch nehmen.

Naja, beim Fußmarsch, der Fahrt mit zwei U-Bahnen und einem Zug konnten wir an diesem Tag auch gleich einmal das sehr gut strukturierte öffentliche Verkehrskonzept kennenlernen mit dem eine unglaubliche Anzahl von mehr als eine Million Menschen jeden Tag durch Nagoya transportiert wird.
An der Wettbewerbs-Location, dem Nagoya Port Messegelände, angekommen haben wir uns aufgrund der, wieder mit viel Liebe zum Detail vorbereiteten Beschilderung und den vielen freundlichen und hilfsbereiten "Staff"-Mitarbeitern gleich gut zurechtgefunden.

Auch die Registrierung war aufgrund der perfekten Vorbereitung und vielen, vielen Schaltern und Mitarbeiterinnen innerhalb von wenigen Minuten erledigt und unsere Teams konnten bald in die Teamareas um ihre Arbeitsplätze zu beziehen und mit den vorbereitenden Arbeiten an diesem Setup-Tag beginnen.
Am Nachmittag standen dann Mentoren- und Teamleader-Meetings am Programm und wie erwartet wollten unsere Teams so lange wie möglich in der Halle bleiben und an ihren Robotern arbeiten.

Nachdem sie sich gegen das sehr, sehr freundliche und höfliche, aber doch an Nachdruck immer mehr zunehmende "Hinauswerfen" eines Security-Mitarbeiters nicht mehr wiedersetzen konnten, haben wir dann doch unsere Zelte abgebrochen und den Rückweg angetreten.

An der Nagoya Station, dem Hauptverkehrsknotenpunkt im Zentrum der Stadt, haben wir dann noch in einem der unzähligen Lokale ein Abendessen in einem echten Sushi-Restaurant eingenommen.

Danach erlernten wir noch innerhalb kürzester Zeit sehr erfolgreich die Benutzung der Subways, deckten uns zu sehr später Stunde noch in einem Supermarkt mit Getränken ein und waren dann kurz vor Mitternacht im Hotel angekommen.

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Donnerstag 27.07.2017 - 1. Wettbewerbstag

Ein dicht gedrängtes Programm stand den Teams an diesem ersten Tag bevor und wir mussten, kaum ins Bett gekommen, bereits wieder aufstehen und so früh wie möglich die Fahrt zum Wettbewerbsort antreten.

Nach einer technischen Inspektion der Roboter vor jedem Spiel hatten die beiden Teams zwei Matches zu bestreiten, von denen beide je eines gewonnen und eines verloren haben. Die Konkurrenz rückt jedes Jahr näher zusammen und es entscheiden oft wirklich nur mehr Kleinigkeiten,  Zufälle oder eigene Fehler und Probleme über den Ausgang eines Spieles.

Heute konnten wir auch endlich die Roboter mit den neuen Kameralösungen im Einsatz sehen und waren eigentlich sehr überrascht, wie hoch das Niveau dabei bereits ist. Die meisten der Teams haben in der nur sehr kurzen Zeit schon recht gute Lösungen entwickelt, sodass es sehr spannende Matches und zum Teil auch ein Zusammentreffen von schon recht gleichberechtigten Robotern zu beobachten gab.

In Bezug auf die Verpflegung hat sich die Organisation übertroffen und es gibt zusätzlich zu den Lokalen in den Hallen, bei denen man sehr gut, schnell und günstig essen kann, auch im Freien eine Straße mit Streedfoot, wo es viele japanische Spezialitäten gibt, die dort in den mobilen Ständen und Autos live gekocht werden.

Am Nachmittag standen dann die ersten Superteam-Spiele auf dem Programm, bei  denen mehrere Einzelteams zu einem großen Team zusammengewürfelt werden und auf einem sehr großen Spielfeld zehn Roboter gegeneinander spielen.  

Auch bei den Teams des Bewerbs „On Stage“ wird noch bis spät in der Nacht gearbeitet und geprobt. Aufgrund der stark geänderten Anforderungen im technischen Bereich im letzten Jahr erfuhr diese Wettbewerbskategorie eine große Aufwertung in der spannende und zum Teil recht aufwendige Lösungen präsentiert und Performances gezeigt werden. Betrachtet man die Roboter genauer (siehe Detailfoto in der Fotogalerie) lassen sich einige Lösungen und deren technische Umsetzung anerkennend nur mit „Genie und Wahnsinn liegen oft nahe beieinander“ beschreiben.

Am Ende des Tages stand in gewohnter Weise der Gang zur Anschlagtafel am Programm, an der die Wertungen und die aktuelle Rangliste an jedem Tag veröffentlicht wird. Das Team Format verlor am späten Nachmittag den Kampf gegen die Auswirkungen der Zeitverschiebung und musste aus schlafdefizitären Gründen bereits früher ins Hotel zurückfahren, um sich energetisch auf die nächsten Tage vorzubereiten.

Die Mitglieder des Teams AEIOU arbeiteten wieder bis zuletzt und auf der Heimfahrt machten wir noch einen Abstecher in ein japanisches Großrestaurant bei dem man – organisatorisch optimal, wie auch unseren technischen Fähigkeiten entgegenkommend – selbst mit einem Tablet „autonom“ bestellen konnte. Wir orderten verschiedenste Gerichte und nach dem Motto „jeder kostet von jedem“ fand auch dieser Tag noch einen wunderbaren - aber irgendwie war es schon wieder Mitternacht? - Ausklang.

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Freitag 28.07.2017 - 2. Wettbewerbstag

Ausgehend von der Rangliste der ersten beiden Runden hatten heute beide Teams wieder zwei Spiele zu bestreiten. Das Team Format konnte sich bislang bei den 22 teilnehmenden Teams in den vier Runden vom 13. auf den 5. Platz vorarbeiten.

Beim Team AEIOU gab es leider bei einem Spiel große technische Probleme, die erst in der Halbzeit behoben werden konnten. Der durch fünf Eigentore in der ersten Halbzeit „erzielte“  Rückstand konnte leider nicht mehr aufgeholt werden. Das Team AEIOU befindet sich nach dem zweiten Tag auf dem 8. Rang von 19 Teams.

Begleitend zum Wettbewerb gibt es in diesem Jahr auch eine große Anzahl von Ausstellern die aktuelle Produkte und Entwicklungen aus dem Bereich der Robotik präsentieren. Es ist sehr interessant zu sehen, woran begleitend zu Entwicklungen im Bereich von Schule, universitärer Forschung und Wissenschaft, in der die internationale Bildungsinitiative RoboCup angesiedelt ist, im kommerziellen und industriellen Sektor auf dem Gebiet der Robotik aktuell gearbeitet wird.

Am Nachmittag stand dann ein Programmpunkt für die jüngste Teilnehmerin dieser Reise (siehe Fotogalerie) auf dem Programm und unsere Begleiter verbrachten mit der Tochter von Frau Prof. Bizjak einige Stunden im Legoland Japan, das sich gleich neben dem Wettbewerbsgelände befindet.

Sehr beeindruckend waren dabei vielen, vielen und mit großer Liebe zum Detail aus Lego nachgebauten berühmten Bauwerke aus Japan und Szenarien japanischer Städte.

Nach den Superteam-Spielen am Nachmittag stand dann die obligatorische Junior-Party am Programm - diesmal in einer sehr besonderen Location, einem Eisenbahnmuseum. Neben Essen, Trinken, Smalltalk und dem Austausch von Gastgeschenken konnte man sich frei im Museum bewegen und dabei einen tollen Eindruck der Geschichte der Eisenbahn in Japan von den ersten Dampflokomotiven über die Elektrifizierung bis hin zu den heutigen Hochgeschwindigkeitszügen und Magnetschwebezügen, die mit Geschwindigkeiten bis zu 580 km/h unterwegs sind, gewinnen.

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Samstag 29.07.2017 - 3. Wettbewerbstag

Basierend auf den Ergebnissen des letzten Tages war die Rangliste wieder einmal neu durchgemischt und somit standen die Gegner des dritten Wettbewerbtages fest. Beim „Schweizer System“, nach dem die Soccer-Wettbewerbe ausgetragen werden, steigen Teams mit guten Leistungen von Runde zu Runde immer weiter in der Rangliste nach oben und schlechtere Ergebnisse führen dazu, dass Teams nach hinten gereiht werden.

Daraus ergibt sich, dass Teams, die sich gut schlagen, von Runde zu Runde auf immer bessere und stärker Gegner treffen, wodurch sich das Niveau der Spiele zwischen den Top-Mannschaften im Verlauf des Turniers mehr und mehr steigert, es für die Teams selbst aber immer schwieriger wird, sich gegen die immer stärker werdenden Gegner durchzusetzen.

Das Team Format hatte heute die letzten drei Spiele und konnte in dieser Endphase des Turniers nicht nur gegen die Gegner am Anfang der Rangliste bestehen, sondern sogar noch einen Platz gutmachen und befindet sich nach der siebenten Runde auf dem hervorragenden vierten Platz von 22 Teams in der Wertungsklasse Soccer Light Weight Secondary.

Das Team AEIOU hat an diesem Tag ein Spiel gewonnen und ein Spiel gegen die mit Abstand beste Mannschaft verloren. Somit steht AEIOU vor dem letzten Spiel am Finaltag auf dem 9. Platz.

Abgesehen von den besten drei Teams liegen die darauf folgenden mit der Anzahl an gewonnenen Spielen und Tordifferenzen sehr, sehr nahe beieinander, sodass in der letzten Runde noch vieles möglich ist und es wurde unter den Teams schon viel gerechnet, überlegt und spekuliert, welche Spielausgänge zu welchen Wertungen führen würden.

Diese Ausgangssituation war noch einmal ein großer Motivationsschub für AEIOU und es wurde noch sehr lange in der Halle gearbeitet – der Security-Mitarbeiter hat es mittlerweile aufgegeben zu versuchen unsere Teilnehmer zum Heimgehen zu überreden.

Nach dem Abendessen in einem der vielen Lokale in der Nagoya Station wurde auch noch im Hotel weitergearbeitet, da die Roboter in Hinblick auf die Mechanik gegen das Ende des Wettbewerbs schon recht gezeichnet und Ersatzteile zum Teil aufgebraucht sind. So wurde noch alles versucht, mit gegenseitigem „Organspenden“ die beiden Roboter so auf das letzte Spiel vorzubereiten, dass diese trotz leichter Einschränkungen speziell für ihre jeweilige Aufgabe als Tormann oder Stürmer alles zur Verfügung haben, was diese benötigen.

Parallel zu den Bewerben von RoboCup Junior, an denen wir teilnehmen, messen sich bei den jährlichen RoboCup Weltmeisterschaften auch die Seniors, also Studierende universitärer Bildungseinrichtungen. Zu unterschiedlichen Aufgabenstellungen im Roboter-Fußball sind über sie Jahre auch verstärkt neue Wettbewerbe aus den Bereichen intelligenter und autonomer Roboter, die im Haushalt helfen sollen, wie auch der, durch den Einsatz künstlicher Intelligenz effizienter arbeitender Roboter in der Produktionstechnik und der Logistik hinzugekommen.

Da sich die Halle von RoboCup Major am Wettbewerbsgelände direkt neben unserer Halle befindet, hatten wir die Möglichkeit dort regelmäßig vorbeizuschauen und mussten immer wieder beobachten, dass die „Großen“ letztendlich auch vielfach mit denselben Problemen und Schwierigkeiten zu kämpfen haben, wie wir.

Wenn dies oft auch etwas die Motivation raubt die Aufgabenstellungen nicht zu 100% erfüllen zu können, so ist es genau das, was RoboCup eigentlich so spannend macht: das Arbeiten und Entwickeln im Bereich der Roboter-Hardware und -Software, für die es weltweit bislang noch keine fertigen Lösungen gibt.

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Sonntag 30.07.2017 - 4. Wettbewerbstag

Kurzzusammenfassung: Unglaublicher Erfolg für unsere beiden Teams!
Team Format – 2. Platz World Champion Soccer Light Weight Secondary
Team AEIOU – 3. Platz World Champion Soccer Open

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Heute standen das letzte Spiel von AEIOU, wie auch die letzten Spiele der Superteam-Bewerbe auf dem Programm. Um noch in der Früh Zeit für entsprechende Vorbereitungen zu haben, wurde heute sogar auf das Frühstück verzichtet und wir sind bereits um 07:00 Uhr aufgebrochen.

Die Arbeiten am Vortag und in der Nacht haben sich bezahlt gemacht und das Team AEIOU hat das letzte Match mit einem Spielstand von 10:0 gegen Deutschland gewonnen.

Somit konnte sich AEIOU nochmals um drei Plätze verbessern und lag nach der siebenten Runde auf Platz 6 von 19 Teams in dieser Wertungsklasse. Es blieb spannend!

In den letzten Jahren sind die Teilnehmer immer mehr und mehr gefordert, begleitend zu den Leistungen der Roboter bei den Spielen ergänzende Aufgaben zu erfüllen und auch Kompetenzen vorzuweisen, die mit bestimmten Prozentsätzen bei der Ermittlung des Gesamtergebnisses miteingerechnet werden.

So werden die Teams von den Juroren zusätzlich zur „Best Individual Game Performance“ (den Ergebnissen aus den Spielen) in den Kategorien „Best Team Spirit“, „Best Presentation“, „Best Robot Design“, „Best Poster“  und hinsichtlich des Portfolios über ihre Hardware und Software, das bereits vor Beginn des Wettbewerbs an die Jury geschickt werden muss, beurteilt.

Diese Bewertungen werden bis zum Ende des Turniers aber nicht veröffentlicht. So war es für uns alle bei der Siegerehrung eine riesen Überraschung, dass unsere beide Teams in der Gesamtwertung jeweils unter den ersten drei waren, somit einen „Stockerlplatz“ erreicht haben und einen Pokal für ihre Leistungen mit nach Hause nehmen konnten.

Nach der Siegerehrung mussten noch eine Menge Fotos gemacht werden, es wurde alles zusammengepackt und dann ging es im Hotel – zum ersten Mal seit wir da sind – in den Wellnessbereich. Am Abend spazierten wir nochmals in das Lokal, in das es uns ersten Abend zufällig verschlagen hat und mittlerweile sind wir auch schon beim Bestellen von Essen richtige Profis.

Für die jungen japanischen Kellerinnen war es wieder ein besonderes Erlebnis solche exotischen, europäischen Gäste in dem ausschließlich von Japanern frequentierten Lokal bedienen zu dürfen.

Beim Verabschieden hat dann die Chefin anderen Gästen (fast ein wenig stolz) erzählt, wer da in ihrem Lokal zu Gast war. Da sich niemand vorstellen konnte was mit „ … Robot … Soccer …“ – das waren so die einzigen Worte mit denen wir uns verständigen konnten – gemeint ist, zeigten wir auch noch Videos und Fotos von unseren Spielen her, die mit großem Erstaunen und Bewunderung betrachtet wurden.

Große Feier gab es keine mehr, für uns alle war aber die Möglichkeit endlich einmal früher ins Bett zu kommen und am nächsten Tag ohne Wecker lange ausschlafen zu können das größte Geschenk, dass man uns an diesem Tag machen konnte.

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Montag 31.07.2017 - der Tag danach

Das lange Schlafen und ausführliche Frühstücken wurde von allen in vollen Zügen zelebriert und war eine wirkliche Belohnung für die Strapazen der letzten Tage!

Natürlich wollten wir den letzten Tag in Japan noch etwas nützen. Da am Montag – diesbezüglich waren wir sehr schlecht vorbereitet! – alle Museen und Sehenswürdigkeiten zu haben, waren wir gezwungen den Tag etwas gemütlicher anzugehen. Das Port of Nagoya Public Aquarium hat (von Juni bis September) montags nicht geschlossen und so sind wir am Vormittag mit der U-Bahn in Richtung Hafen aufgebrochen. Nach einem kurzen Rundgang im Hafen und einem großartigen Ausblick auf die riesigen Hafenanlagen besuchten wir das Aquarium in dem es neben der pazifischen Meereswelt auch Delfine, Orcas und Belugawale zu sehen gab.

Das Wetter hatte an diesem Tag auch noch eine kleine Überraschung für uns bereit: zu der Schwüle und Hitze der letzten Tage durften wir erleben, wie sich das ganze anfühlt, wenn am Himmel kaum eine Wolke steht und zusätzlich die Sonne in voller Stärke das ihre zur Erwärmung beiträgt – wir freuen uns schon wieder sehr auf Mitteleuropa!

Da der nächste Programmpunkt, das Science Museum mit dem größten Planetarium der Welt, leider ausfallen musste, entschieden wir uns die OSU Shopping Street zu besuchen und nahmen dort ein tolles Mittagessen in einem Sushi-Lokal ein. Die Verständigung klappte mittels „Fotosprache“ sehr gut und beim Bezahlen der Rechnung stellte sich heraus, dass die Chefin etwas damit anfangen konnte woher wir kommen: „from Austria“. Zum ersten Mal in der ganzen Woche jemand, der wirklich Austria kennt und uns nicht gleich Australia zuordnet. Sie kennt Wien, war schon einmal dort und mag sehr klassische Musik … „Beethoven“ … „Strauss“ … den Rest konnten wir nicht ganz verstehen, sie hatte aber anscheinend große Freude zu Wissen woher wir kommen.

Zum Abschluss wartete noch ein besonderer Höhepunkt auf unsere Technik-Freaks: der Besuch eines überdimensionalen Elektro-Elektronik-Technik-Stores! Sehr beeindruckend, laut und schrill, aber mit einer unglaublichen Auswahl und Vielfallt an allem, was man sich vorstellen kann auf sechs Stockwerken. Kurzer Hand (für Graz-Insider): ein Kastner&Öhler mit den Produkten von Saturn und Media Markt.

Die Serie an kulinarischen Highlights sollte nicht abreißen, wir haben wieder ein tolles Lokal gefunden in dem wir unser letztes japanisches Essen eingenommen haben, bevor es ab ins Hotel ging. Wir mussten noch unsere Koffer packen und die Wecker wurden auf 05:00 Uhr gestellt.

Da wir mittlerweile perfekt und sehr selbstbewusst mit den öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs waren, beschlossen wir die Fahrt zum Flughafen in Eigenregie mit U-Bahn und Zug zu beschreiten und nicht mit einem gecharterten Bus um das Reisebudget noch etwas zu entlasten.

Alles in allem wunderschöne, anstrengende, sehr erfolgreiche und heiße Tage mit einer großen Fülle an Eindrücken, die uns alle sicher noch lange gerne an RoboCup Japan Nagoya 2017 zurückdenken lassen!

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